Gestern hatten wir einen total schönen Abend mit Bruni und Uli. Lecker gegessen, pausenlos geratscht, schön wars einfach!! Leider viel zu selten!
Unsere Vorräte sind aufgefüllt - Hundefutter, Kaffee, Tee, Nussknacker, etc., alles wurde direkt aufs Schiff geliefert. Vielen lieben Dank, schon super so ein Privatservice! Auch ein Päckchen mit der Marrekrite Flagge war dabei - lieben Dank auch an Andrea und Matthias von der SIRIUS.
Heute lassen wirs langsam angehen. 7 Uhr aufstehen ...
... gemütlich frühstücken.
Jack versucht sich wiedermal in Skyrbecher - Hypnose ... hilft aber nix, heut gibts nix.
Schon lange sind viele Frachter unterwegs - kein Wunder, die wollen alle noch zur Schleuse, bevor ab dem späten Vormittag die Strecke zwischen unserem Hafen und der Schleuse Anderten für mehrere Stunden gesperrt wird wegen Bombenräumung. Gut, dass wir diesen Teil des MLK gestern schon hinter uns gebracht haben.
Um 9 legen wir ab ... das übliche Prozedere, Rettungsweste an, Leinen los, Fender rein, Rettungsweste aus. Der Plan ist, heute ca. 6 Stunden bis Minden zu fahren, morgen ca. 10 weitere Stunden bis Hörstel. Das könnten wir aufteilen. Heute bisschen weiter fahren und morgen nicht gar so lange. Fällt halt der Anleger mit Schachtschleusenblick in Minden flach. Käptn Kalles Liegestellenverzeichnis wird zu Rate gezogen - ja, da gibts mehrere Optionen für ne Übernachtung an der Spundwand. Es ist entschieden, Schachtschleusenfoto gibts heute nur aus der Vorbeifahrt - und die Fahrt dauert heute etwas länger. "Länger?? Na dann mach ichs mir mal auf dem Kuscheltierhintern bequem!"
Wir lassen Hannover hinter uns ... der Telemax begleitet uns noch ein Stück. Den 282 Meter hohen Fernmeldeturm sehen wir noch lange.
Auf dem Weg raus aus Hannnover gibts einiges zu sehen. An den Liegestellen sind vereinzelt Bootsfahrer wach - nicht grade in maritimem Outfit. Bootsfahrer im Tigerstrampler sieht man wirklich nicht alle Tage.
Hafen Hannover
Hauptgenossenschaft Hannover Nordhafen - Altes Speichergebäude.
Gemeinschaftskraftwerk Hannover, oder Kraftwerk Stöcken. Steinkohle-Heizkraftwerk, versorgt das angrenzende VW Werk und das hannoversche Fernwärmenetz. Befindet sich allerdings im schrittweisen Rückbau und soll durch ein Biomasse-Heizkraftwerk ersetzt werden.
Stunde um Stunde schuckern wir übern MLK - zwischendurch gibts mal ein Wurstbrot, oder Kaffee und paar Kekse. Nix is los hier, kaum entgegenkommenden Frachter - die Sperrung wegen der Bombenräumung soll bis abends andauern.
Ganz selten kommt mal ein Sporti, schon eher mal Ruderer. Da geht Cheffe gleich vom Gas.
So nach 4 Stunden Fahrt zeigt sich an Backbord die Hügelkette des Weser Berglands.
Ich befrage mal Google Maps. Wir befinden uns auf Höhe Wiedensahl - Geburtsort von Wilhelm Busch. Die längste Zeit seines Lebens verbrachte er hier in Wiedensahl.
Ab und zu muss ich Cheffe kurz ablösen - einmal meint er, ich soll kurz übernehmen, bis ein Frachter kommt. Tatsache, es kommt nach Stunden mal ein Frachter entgegen. Ich fahre also bis ALFONS kommt ... bzw. bis ALFONS in Sicht kommt. Die Begegnung mit dem Frachter fährt schon Cheffe. Das trau ich mich nicht. ALFONS kommt auch volle Lotte.
In der Ferne taucht schon die Porta Westfalica auf ... das Kaiser-Wilhelm-Dnekmal auf dem Wittekindsberg.
... schönstes Wetter ... da taucht die Idee auf, doch in Minden anzulegen. Wäre doch schade, diesen herrlichen Tag einfach nur durchzuschrubben. Den morgigen Tag können wir eh aufteilen, denn der Wetterbericht verheißt für die Fahrt über die Emsmündung und damit die Fahrt übern den Dollart vorerst nix Gutes. Viel Wind aus der falschen Richtung, nämlich aus West, damit Wind gegen Strom, was sehr unangenehme Wellen verursacht. Das werden wir eh irgendwo aussitzen müssen. Da können wir auch gleich die Fahrt ein wenig strecken und die paar schönen Tage noch in der nachmittäglichen Sonne geniessen.
Also doch heute Minden mit Schachtschleusenblick. Halb 3 erreichen wir Minden.
Schachtschleuse in Sicht - kaum Betrieb hier und morgen gar kein Betrieb. Alle Schleusen in Minden bis Nachmittags gesperrt. Aber da wollen wir ja eh nicht lang.
Genau gegenüber der Schleuse liegt die Silencio ...
... vom Bad aus kann ich rüberguggen.

Die erste Runde zu Fuss geht an Jack - die Zweite lauf ich allein. Rüber über die Brücke und den Weg zur Schleuse entlang, mit Blick auf unser Schiff.
Die Schachtschleuse mal vonm Land aus gesehen ..
... und von der hinteren Seite.

Dazu Blick auf die Weser.

n
Ich komm grade heim, schickt sich ein Frachter - die CLAUDIA - an, vor uns anzulegen. Ich sag mal so - kurzfristig ist der Puls höher als in der Schleuse Anderten. Der Frachter parkt ein, bis auf einen Meter an unseren Bug ran. Cheffe und ich kurz vorm Herzkaschperl.
Wenn DER morgen früh ablegt, ist uns das zu eng. Wir verlegen die Silencio ein Stück nach hinten.
Dann sind noch paar Sportis unterwegs, die vorbeirasen an der Liegestelle und ne irre Welle herschmeissen. Wir schaukeln auch, aber das kleine Boot hinter uns, das schmeissts mächtig durch die Gegend. Der Skipper hat zu tun, dass das Boot keinen Schaden nimmt. Da hilft auch sein Megafon nix und auch nicht Cheffes Horn - Sonntag, schönes Wetter, da muss man zeigen, was die Kiste drauf hat. Ziemlich rücksichtslos!
Wir sitzen draußen in der Sonne mit einem Gin Tonic - eigentlich wollten wir lesen, aber der Skipper vom kleinen Boot hinter uns hat Redebedarf - großen Redebedarf. Bis zu Jacks Abendrunde kommen wir gar nicht zum Lesen.
Mit Blick auf die Porta Westfalica.
Der Weg führt zunächst Richtung Hauptpumpwerk. Hier wird quasi das dem MLK durch Schleusen verloren gegangene Wasser wieder zurück gepumpt. Pumpleistung. 16 Kubikmeter pro Sekunde.
Da blubberts ganz ordenltich hoch. Landet aber hier in einem vorgelagerten Becken, damit die Strömung nicht direkt im MLK ankommt.
Danach gehts runter in die Flutmulde der Weser - alte und neue Trogbrücke nebeneinander.
Auf der anderen Seite gehts hoch und man kann auf der neuen Trogbrücke entlanglaufen bis zu einem Aussichtspunkt.
Heim gehts wieder - stellt sich die Frage. Was essen wir heute noch? Bisher gabs noch nicht viel unterwegs. Jetzt noch kochen ist uns zu viel, wir entschieden uns für den Rehschinken von Birgit, dazu einen Primitivo, den Bruni und Uli gestern mitgebracht haben. Beides sehr lecker und passt prima zusammen.
Dann mal gute Nacht aus Minden.
Fazit des Tages:
- Beim Frachter Seitenruder wimmern,
- Cheffe und ich ham Kammerflimmern.
- Da hilft kein Defi und kein Herzschrittmacher, es hilft nur das Eine,
- wir starten den Motor und ziehen zackig Leine.
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