Die Seenotretter

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Sonntag, 31. Mai 2026

65. Kürbis oder Kartoffel

Spätes Hundesausi, spätes Frühstück, no action, Faulenztag!

Unser Stegnachbar ist mit seiner Linssen seit 2 Tagen im Wasser. Seit das Schiff am Steg liegt, umweht uns ein etwas strenges Lüfterl. Das war in der letzten Saison schon mal der Fall, da sind wir allerdings gleich zur Tour aufgebrochen. Heute geht Cheffe mal hin und spricht das Thema "Gschmäckle" an. Unser Nachbar, Bernd, macht sich ans Werk und versucht mal rauszufinden, wo sich die Filter befinden - denn ausgetauscht hat er die noch NIE. Später wird Cheffe noch zu Rate gezogen und was soll man sagen?? So ein scheissteures Linssenteil hat gar keine Geruchsfilter! Ist einfach nicht vorgesehen.

Da Bernd erst wieder in ein paar Wochen zum Schiff kommt, babbt er die Entlüftung mit Klebeband zu. Das wirkt - ich hoffe nur, dass uns der Nachbardampfer wegen der Gasentwicklung nicht um die Ohren fliegt.

Mit den ear buds auf den Ohren bin ich jetzt erstmal in der Küche zugange. Rezept von Christian Henze wird nachgekocht. Der hat ne Kochschule in unserer Heimatstadt Kempten. Und schon meine Schwiegereltern sind früher gern in Henzes Sternerestaurant zu Gast gewesen. 

Die Bordküche bietet heute an:

Zander auf Orangen/Ingwerkürbis mir karamellisierten Pistazien

Ich finds total lecker, aber Cheffe? Den Zander findet er richtig gut, als Beilage hätt er lieber Kartoffelsalat - Banause!

Nachmittags wird weiter gefaulenzt, Stückchen Rhabarberkuchen nebenher gegessen - gelaufen wird heute erst abends und auch kürzer als sonst, nur 6,5 Kilometer. Besser als nix! Müritzufer bis zum Badestrand. Die letzte Wiese lass mer weg, abends hocken da vielleicht schon die Jäger. Aber wie fast immer gibts ein Bad für Jack.


Morgen solls wieder ganz früh losgehn. 5 Uhr aufstehn, Abfahrt spätestens 5.45 Uhr, damit wir noch vor der Warener Fahrgastschifffahrt durch die Kanäle kommen. Es geht jetzt doch zum Plauer See - gestern hatte uns die angekündigte Gewitterfront ausgebremst. Kam allerdings keine!


Fazit des Tages:

- Sterneküche in Kombüse,

- Orangensaft und bisschen Ingwer ans Gemüse,

- Den Zander Cheffe schon verschlang,

den Kürbis nicht ...viel lieber 

-  möcht der Chef Salat von der Kartoffel ham.

- Und weil er will Kartoffeln ham,

gibt es demnächst ...






Samstag, 30. Mai 2026

64. Korn und Mohn

Gestern Abend kam noch Regen mit Wetterleuchten ringsrum. Vorsorglich hat Cheffe den Mast gelegt und den Strom ausgesteckt. Das hatte für heute zweierlei Folgen.

1. Unser Kühlschrank hatte die ganze Nacht keinen Strom (weil vergessen, auf Inverter zu schalten). Gott sei Dank ist im TK-Fach nix abgetaut.

2. Wir begrüßen heut früh Kerstin von der KANZONE, sie meint: "Ich hab schon gehört, ihr geht auf Tour! Hat sich schon rumgesprochen." HÄ?? Im Hafen heißt es: Liegt bei Silencio der Mast, dann gehen die auf Tour! NUR ... wir sind noch NIE mit gelegtem Mast von hier losgefahren. Lustig, was alles erzählt wird.

Wir gehen jedenfalls nicht auf Tour, sondern wandern. Heute bestes Wanderwetter - unser Stegnachbar findet, es habe bestes Putzwetter.

Wir laufen wiedermal nach Boek.




Auf der Traktorspur durchqueren wir ein Roggenfeld ...





Jack präsentiert stolz die neueste Beute ...

... und weil's so schön is, holt er sich einen zweiten Stock dazu. Stöckchen - Big Mac sozusagen.


Gut 2,5 Stunden und bisschen mehr als 12 Kilometer waren wir unterwegs und jetzt haben wir ordentlich Hunger. Gibt nochmal Spargel heute. Beim Essen beraten wir, ob wir nun nächste Woche tatsächlich Richtung Plauer See weitergondeln - die Wetteraussichten sind nicht berauschend, teils mit Unwetterwarnung. Warten wirs mal ab, heute bleiben wir jedenfalls noch im Hafen, denn aus der geplanten Sundownerfahrt nach Sietow wirds nix. Der Wetterbericht hat den Sonnenschein auf unbestimmte Zeit verschoben.

Fazit des Tages:

- Dem Jack steht gut vom Mohn das Rot,

- und er hat Mohnverzehrverbot.

- Doch so wie er das Goscherl schleckt,

- hat ihm der Mohn wohl doch geschmeckt.





Freitag, 29. Mai 2026

63. Rilke und Hasenjagd

Um 5 is heut die Nacht rum - schon wieder! Warum? Weil es am Morgen einfach zuu schön ist auf dem Wasser. Erstes Morgenfoto - es kommen gleich noch SEHR viele Bilder ... ich kann mich nie entscheiden, welches mir am Besten gefällt.

Wie immer steh ich am Ruder beim Ankeraufmanöver und Cheffe an der Ankerwinsch. Ein bisschen Gedingse isses heut, denn der Wind der letzten Tage hat uns ordentlich durch die Gegend geschoben und da dreht die Ankerkette schon einige Schleifen. Und dann hör ich nur ein ... Scheisse ... von Cheffe. Ankermanöver Abbruch - erstmal. Cheffe braucht, Schere und ein scharfes Messer - in der Ankerkette hängt ein ordentliches Knäuel Angelschnur. Na besser da als in der Schraube. Das Zeug zu entfernen ist Gott sei Dank schnell erledigt und die Ankerkette rappelt zurück in den Kasten. Anker is da, Ankerball abgehängt und dann verabschieden wir uns von der YOLO. 


Damit unsere Nachbarn auch richtig was vom frühmorgendlichen Abschied haben - Hornsignal! Nu sin se bestimmt wach!? Aber nein, alles bleibt ruhig auf der YOLO.

Während wir der Sonne entgegenfahren, und langsam in den Nebel eintauchen ...







... verschwindet die YOLO langsam im Dunst, der überm Wasser liegt. Lassts euch gut gehn ihr Lieben und bis bald!


Blick zurück nach Röbel. 





Seglerhafen - wärt ihr NIE drauf gekommen, oder?


Ab jetzt wirds romantisch, mystisch, still, mit einem Satz: Es hat eine umwerfende Stimmung! 



Schaut aus, als würden wir gleich über Eis oder Schnee fahren.
















Am gegenüberliegenden Ostufer wabert der Nebel heut wie ein weißer Seidenschal über den Wald, um sich dann ganz sanft übers Wasser zu legen.















Im Nebel ruhet noch die Welt,
noch träumen Wald und Wiesen.
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
den blauen Himmel unverstellt,
kräftig die gedämpfte Welt,
im warmen Golde fließen.
(Rainer Maria Rilke)


Und jetzt meine Damen und Herrn - back to reality! Rein in den Hafen, ran an die Absaugstation, NIX geht! Bleibt nur, gleich an unseren Steg zu fahren und später, wenn das Hafenbüro geöffnet ist, Hilfe anzufordern. Bis dahin gibts Frühstück. Und - wie schön - der YOLO-Blog, unsere Morgenlektüre, ist online. Laut liest Cheffe vor und da kommt ein Abschnitt über Jack. Der setzt sich gleich neben Cheffe und lauscht andächtig und aufmerksam den Komplimenten.


UND diese Lobeshymne hat er sich wirklich verdient! Bei der gestrigen Wanderung ging nämlich direkt, und ich meine GANZ direkt, vor seiner Nase ein Hase hoch. Der ging ab wie Schmitts Katze, der Has, flitzte auf uns alle zu und mittendurch und Jack setzte an um hinterher zu sprinten. Auf ein scharfes Kommando bricht Jack sein Vorhaben unmittelbar ab und kommt zu mir!! Feuertaufe für unser STOP-Kommando ... ganz großes Kino!! Und natürlich gabs ne Belohnung - sämtliche Leckerlis aus meiner Jackentasche durfte Jack inhalieren.

Doch wies scheint, ist die NOCH größere Belohnung, dass diese Story im YOLO-Blog festgehalten wurde!

Ab 8 Uhr ist das Hafenbüro besetzt - jemand kommt um das Gerät an der Absaugstaion zu resetten. Wir wieder hin, NIX geht. Jemand muss kommen. Wir probieren alles mögliche aus, NIX geht, bis wir zuallerletzt die Kreditkarte testen - die ging bisher gar nie nicht! Aber heute tut se! Und das Gerät spricht sogar mit uns: Zahlung wurde angenommen. Ja prima! Dann klappt das auch mit dem Frischwasser.
Da bimmelt mein Handy - meine Konto App meldet sich ... Abbuchung fürs Absaugen ZWANZIG Euro ... HALLOOOOO???? Wie gut, dass der Kuhnlemitarbeiter gleich da geblieben ist ... die APP bimmelt schon wieder. Nochmal 5 Euro abgebucht. Äähm ... beim Frischwasser selbiges. 20 Euro , dann 10, dann 2,50. Letztendlich stellt sich raus, die Zwanziger sind so ne Vorabbuchung wie an der Tanke und verschwinden dann wieder sang und klanglos. Es bleiben also 5 Euro fürs Absaugen, das passt - und 12,50 für 400 Liter Frischwasser, das passt nicht. Bekanntes Problem hier, wir kriegen unser Geld im Büro zurück und zahlen wie üblich 1 Euro pro 100 Liter Wasser. 

Nu kann der reguläre Tagesablauf beginnen. Haushalt, einkaufen, Packstation ... Wir haben 6 Pakete abzuholen. Lustige Angelegenheit, Cheffe bedient die App und ich darf wie im Advent guggen, was hinter dem aufgehüpften Türchen liegt. Mal öffnet sich das Türchen oben, mal unten, rechts, links ... bisschen wie Frühsport.

Nachmittags wird alles verräumt, Cheffe betütelt ein wenig den Silenciomotor, dann wird ausgeruht und bei einem Nickerchen der fehlende Morgenschlaf aufgeholt ... dann bin ich fit zum Marmelade einkochen.


Jetzt back ich gleich noch einen Kuchen und dann ham wir fertig!


Fazit des Tages:

- Direkt vor Jacksons feiner Nas,

- flitzt wie geölter Blitz der Has.

- Er wird gefeiert wie ein Held,

- weil er sich vorbildlichst verhält!


- Vom Schreck erholt sich jetzt der Has,

- und sitzt mit Herzklopfen im Gras!






67. Der perfekte Tag

Vorbei isses mit Schlafen, wenn Cheffe anfängt zu feudeln. Und das geht um 6 Uhr los.  Danach Jack lüften, frühstücken, bisschen lesen noch ...