"Halloo?? Der Wecker hat schon geklingelt! Steht mal jemand auf, oder kann ich mein müdes Haupt nochmal aufs Kissen betten?

Jaja, ich komm schon - das Motorengeräusch eines vorbeifahrenden Frachters treibt mich aus den Federn. Aus dem Nebel taucht das Berufsschiff auf.
Grade als Cheffe von der Hunderunde zurückkommt, kommt einer unserer speziellen Freunde. Ein Flusskreuzfahrer. Heute passiert er den Hafen in sehr braver Geschwindigkeit. Die Gäste stehen im geringelten Schlafanzug am Fenster und fotografieren, oder stehen schon beim Rauchen draußen.
Nu isses Zeit für uns, alles bereit zum Ablegen zu machen. Herbstliche Stimmung sogar an Bord. NOCH isses kein Raureif ...
... und der Tau zaubert mit den Spinnen überall kleine Gardinen.
7.25 Uhr - Leinen los! Allertollstes Wetter!
Schon bald tauchen die Schlote der Hennigsdorfer Stahlwerke auf. Immer ein gutes Motiv, jedenfalls bei dieser Morgenstimmung.
Glattes Wasser, Spiegelungsalarm,
Ich gönne mir einen zweiten Kaffee - natürlich in der Sonne.
Kreuzung Tonnenwirrwar - immer spannend, wer fährt wohin, wo kommt wer her, und warum? Welche Tonnenfarbe an Steuerbord, welche an Backbord, das ist hier die Frage. Aber, wenn man hier schon so oft gefahren ist, findet man fast im Schlaf durch.
An Backbord Morgenstimmung.
Fährbetrieb zur Rushhour.
Kurz nach 10 erreichen wir die Tanke an der Lanke. Freudig strahlend begrüßt uns der Tankwart. Klaro, er weiß, dass bei uns viele viele Liter reinpassen. Aber er ist auch so ein ganz Netter und baut eine tolle Konstruktion, dass auch sicher nix daneben geht.
Nach der Tankarie gibts wie immer ein leckeres Floridaeis to go. An der Lanke ist zunehmend Segelbetrieb UND knackiger Wind. Da schießen die Segler nur so übern See. Hinter uns ein Frachter, der uns überholt, vor uns 2 Segler in wilder Fahrt. Ein Segler weicht ordentlich aus, der andere geht mit uns voll auf Kollisionskurs. WIR können im Moment nicht ausweichen, denn wir kleben sonst quasi am hintern des Frachters - der Segler will nicht ausweichen. Sehr knappe Sache, obwohl der Segler ganz locker hinter uns hätte passieren können, wenn er seinen Kurs gehalten hätte. Immer wieder saublöd!
Mit bisschen mehr Adrenalin nähern wir uns langsam Spandau.
Scheints gibts hier ein Fendermuseum - extra für dich Thomas, du liebst ja Fendersammlungen! 😂
An der Schleuse Spandau heißt es kurz warten, bis ein kleines Berufsschiff kommt, mit dem wir schleusen können. Dann gehts zum Endspurt - Cecilienhof ist unser Tagesziel. Vorbei an der Sacrower Heilandskirche ...
... vorbei an der Glienicker Brücke ...
... Anlegen vor Cecilienhof.
Ziemlich gleich kommt der COBB aus dem Keller. Für Florian und mich gibts heute Gemüsepfanne mit Kürbis und Schafskäse, Cheffe brutzelt sich dicke Pfannkuchen mit Äpfeln. Alles sehr lecker geworden. Bisschen was zum Guggen gibts auch auf dem Wasser.
Während ich mich gegen Abend an den Blog mache, geht Cheffe mit Jack noch eine längere Runde laufen. Ich mag heut nicht, die letzte lange Runde war nach längerer Pause etwas viel für meinen Rücken. Langsam passts aber wieder.
Morgen fahren wir die letzte Etappe bis Brandenburg. Im Moment zweifeln wir, ob der Termin mit dem Mechaniker überhaupt zustande kommt. Der Termin ist zwar vereinbart, aber seither ist der Techniker nicht mehr zu erreichen. Nicht Whatsapp, nicht Telefon, kein Rückruf nach Mailboxaufsprache, einfach gar nix. Cheffe kontaktiert die Firma, die diesen Techniker empfohlen hat und auch DIE können schon ne Weile niemanden erreichen. Schau mer mal, nach Brandenburg müssen wir eh, denn dort muss Florian am Donnerstag zum Zug.
Fazit des Tages:
- Der Segler, der war sehr Banane,
- oder hat der geraucht Schwarzer Afghane!?
- Oder ... eins von 20 Bierchen, das war schlecht???
- Egal, er wähnte sich auf jeden Fall im Recht!
- Man weiß nicht was da war sein Ziel,
- Auf jeden Fall wars ganz ganz schlechter Stil!!
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