Wie angekündigt - Wecker 5.30 Uhr. Durchblick hab ich um diese Zeit noch nicht wirklich. Aber, frische Luft hilft da sicher weiter. Anders als auf der YOLO, da ist die erste Amtshandlung des Tages Kaffekochen, steht bei uns immer erst ein Morgengassi auf dem Programm.
Die Wiese am Anleger ist nass vom Morgentau, die Gummistiefel müssen raus. UND, die Luft ist tatsächlich sehr erfrischend. Im Laufe des Morgens fallen mir wieder die Neoprenhandschuhe ein. Da muss ich mich mal richtig schlau machen. Beim Handling mit feuchten Leinen werden die Hände schon sehr kalt und die Finger steif.
6.15 Uhr Leinen los - Sonne keine, die hat gestern Abend ihr Pulver verschossen! Trotzdem ist die Ruhe auf dem Wasser sehr stimmungsvoll.
Bisschen Dunst hats auf dem Wasser.
Wir passieren den Ziegeleipark.
Morgenbad für die Schwäne - Cheffe holt die dicken Socken raus!
Der Prerauer Stich
Da werf ich einen Blick hinein.
Und dann kommt auch schon die erste Schleuse - Zehdenik ...
... mit anschließender Hubbrücke.
Das Museumsschiff, das in Zehdenick liegt, hat einen Eisberg bekommen. Na also, liegen wir gar nicht so falsch mit der Überlegung zu Neoprenhandschuhen und dicken Socken.
Schleuse Bischofswerder - um halb 10 sind wir durch. Da warens nur noch 2 für heut.
Stellt sich die Frage nach dem Frühstück. Cheffe, Florian und ich hatten schon, und Jack? Ja, der auch! Aber man kann ja mal arm schaun und so tun, als hätte man ihn vergessen!
"Okay, wenns keinen Nachschlag gibt, dann gehen George und ich nochmal schlafen!"
Vom Langen Trödel bei Liebenwalde fährt ein Plattbodensegler aus und jetzt vor uns her. Prima, kann er uns die Schleuse bedienen. Kurze Wartezeit, dann dürfen wir einfahren. Hinter uns nix mehr ...
... vor uns der Segler. Der kann bestimmt Schleusen fahren!

Weit gefehlt! Der Segler fährt ein und will an Backbord gleich ganz hinten anlegen. Das Hallo, wir sind auch noch da, kommt vom Horn. Fährt er also weiter vor, der Segler, immerhin so weit, dass uns ein einziger Poller bleibt zum Anlegen. Nu sag ich was: "Wir brauchen schon auch 2 Stellen zum Festmachen!" Erst fällt die Antwort negativ aus, man könne nicht weiter vor, um dann doch weiter vorzurücken. Da sind se auch richtig - denn da ist der vordere Bedienhebel. Jetzt können wir richtig festmachen, aber dazu muss ich aussteigen, um bäuchlings in die Stange einzufädeln. Fertig! Wieder rein ins Schiff, Ausgang zu. Jetzt wird vom Segler gerufen: "Ja bedient die Schleuse!" Ausgang wieder auf, denn wir liegen so, dass ich nur von außen bedienen kann. Grad bin ich am Hebel, da rufts: "Hach wir können auch!" Ja nu is zu spät, ich zieh schon den grünen Hebel. Mein - nu is zu spät - fällt etwas bissig aus ... drum fragt der Segler noch: "Warum biste denn jetzt so knatschig?" Ich sag jetzt nix mehr! Oder sollte ich? ... bevor ich platze!? Auf jeden Fall wird der Segler auf dem Oder Havel Kanal überholt, aber bestimmt sehen wir ihn an der Schleuse Lehnitz wieder. Lehnitz geht eigentlich NIE ohne ordentliche Wartezeit ab - beim derzeitigen Wasserstand schon gar nicht!
Auf dem Weg zur Schleuse Lehnitz kommen uns schon mal 6 Sportis entgegen - als wir ankommen, liegt ein Berufsschiff im Wartebereich und 2 Sportis. Da ist genau noch Platz für uns.

Schaut man genau hin, sehen wir eine doppelrote Ampel - und zwar senkrecht Doppelrot. DAS ist KEIN gutes Zeichen. Heißt soviel, wie "Außer Betrieb"!
Die Boote vor uns warten schon eine Stunde, auch das Berufsschiff. Am Funk hört Cheffe plötzlich, dass die Schleuse das Berufsschiff kontaktiert. "Kannst dich fertig machen, geht gleich weiter." Ja, da schau her - so ganz unerwartet kommen wir sehr zügig weiter. Wartezeit bis zur Einfahrt 15 Minuten - Rekordverdächtig! Unser Lieblingssegler kommt inzwischen noch rechtzeitig zur Schleuseneinfahrt an. Wir legen Steuerbord an, der Segler Backbord und WIEDER ganz hinten. Obwohl da noch einer kommt. So muss man ihn wieder auffordern, nach vorn zu rutschen. Nix gelernt der Segler, aber immerhin willig. Am Berufsschiff KRIS 1 fahren wir nach der Schleuse nicht vorbei - wir dümpeln einfach hinterher bis zur Havelbaude, wo wir kurz nach 14 Uhr ankommen. Platz hats für uns, wir legen an. Kaum sind die Leinen fest, erscheint der Hafenmeister, ein Neuer ... schon wieder. Der meint, dass man nach dem Anlegen gleich zu ihm ins Büro kommen sollte - tja, wir räumen grad noch unsere Leinen auf - so pressierts ja jetzt auch nicht. Dann kommt die Frage, ob wir uns angemeldet hätten. Nee, aber Reservierungen nehmen se ja nicht an. Ja Reservierungen nicht, aber Anmeldungen schon. Besonders, wenn man mit einem breiten Angeberboot kommt ... NEIIIN, war nur Spaß!! Jaja, glaub ich das auch mal, aber Cheffe kontert gekonnt. Das Angeberschiff war das, welches am billigsten herging! Touché!! Also, Cheffe meldet jetzt an, nicht nur beim Hafenmeister, sondern auch im "Bella Vista" zum Abendessen. Ich geh mit Jack in den Wald, danach wird Müll entsorgt - der "alte" reklamierte COBB-Grill fliegt raus. Bei seinem letzten Einsatz gabs ne kleine Verpuffung, so dass es gleich den Deckel gelupft hat. Gott sei Dank funzt der Neue, den der Versender zügig nachgeliefert hat, richtig gut!!
Bis zum Abendessen ist noch Zeit - wir gehn alle noch fein duschen, die Duschen sind hier spitze! Danach geniessen wir einen sonnigen Restnachmittag mit kurzer Hose und Cider Spritz in der Plicht.
Bootsverkehr ist hier so gut wie keiner, unglaublich aber wahr ... es ist nix los. Keine Sportis, keine Berufsschifffahrt, nur mit uns KRIS 1, sonst nüscht. 18 Uhr gehts zum Essen. Wie immer werden wir herzlich begrüßt. Der Service, auch wie immer super freundlich und das Essen super lecker! Vorspeise - einmal Rindercarpaccio mit Pfifferlingen für Cheffe und Florian
Rote Bete Carpaccio mit Ziegenkäse für mich.
Hauptspeise: Saltimboccca für Florian und mich, Pizza Parma für Cheffe
Nachspeise: Tiramisu für Florian, Tartuffo für Cheffe, Nix für mich.
Alles durch die Bank superlecker! Wir kommen immer wieder sehr gerne her! Am Rückweg sicher nochmal!
Fazit des Tages:
- An Schleuse 1 ein Eisberg schwimmt,
- an Schleuse 2 sonst niemand kimmt.
- An Schleuse 3, der Segler der nur Eines hat im Sinn,
- egal was hinten kommt, Hauptsache ICH bin drin!
- Die 4. Schleuse macht wohl schlapp,
- doch funzt se bald und schwappt mit uns bergab!
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