Die Seenotretter

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Sonntag, 23. August 2026

134. 5 Schleusen und die Stadt im Wald.

6.30 Uhr ist heute der Start an der Steinhavel. Jack ist gelüftet, hatte nochmal Bällchenspaß, die anderen beiden Captains sind bereit zum Ablegen. Nur der von mir gewünschte Sonnenaufgang, der bleibt aus. Der Himmel ist wolkenverhangen, es ist kühl mit 12 Grad, immerhin trocken, aber auch wieder sehr windig. Das Outfit des Tages - lange Hose, warme Jacke. Keine Ahnung, wann ich sowas zuletzt anhatte.

Es geht über den Röblinsee, vorbei am alten Kraftfuttermischwerk - Behrnsche Mühle. Fürstenbergs Lost Place.





Vor 7 liegen wir schon vor der Schleuse Fürstenberg - die können wir schon vor der Öffnungszeit bedienen - und wahrscheinlich warten bis Punkt 7.  Aber nee, Sesam öffne dich, das Tor geht sofort auf, und noch VOR 7 bedienen wir den grünen Hebel IN der Schleuse. 

Das is schon mal ein prima Opening für den Schleusendurchgang heute. 5 Schleusungen die Havel abwärts werden es sein. 

Schleusenausblick


Nach der Schleuse - Blick zurück auf Fürstenberg.

Jetzt ist erstmal Zeit für ein Frühstück und einen Wachmacherkaffee. Dazu gehts über den Stolpsee bei ordentlicher Welle, die wir aber gar nicht merken, weil se von hinten kommt. Übern Stolpsee fährt eh der Automat, dann ist Florian dran. Auf seiner Lieblingsstrecke kutschiert er uns gechillt die Havel runter. Sogar mit ein paar wenigen Sonnenstrahlen.



Campingplatz "Havelblick" ...


... mit Kudamm ...


... und Angler am Ufer. Ich glaube nicht, dass hier ein Pulpo anbeisst.


Viertel vor 9 erreichen wir Bredereiche. Da ist doch glatt schon eine Talfahrt in Gange UND die Schleuse ist richtig voll - wie is DAS denn passiert!? Ich überlege, wie die Talfahrer wohl die Schleuse bedient haben?? Alle liegen an Steuerbord, die Bedienhebel sind aber alle an Backbord?? Ein Rätsel! Wir müssen jetzt warten, bis die Schleuse wieder hochkommt. Na gut, Zeit für einen zweiten Kaffee. Am anderen Ufer Badebetrieb. Brrr! Die Schleuse kommt zackig hoch - nix isses mit Kaffee, wird auf später verschoben. Nämlich nach der Schleuse. Zwischen Bredereiche und Regow ist Zeit für Kaffee und den YOLO Blog. Birgit und Thomas sind derzeit unterwegs auf der Müritz-Elde-Wasserstrasse Richtung Schwerin. Dieses Revier bleibt uns leider verwehrt, denn wir haben zu viel Tiefgang. Trotzdem erleben wir täglich diese wirklich schöne Landschaft und die netten Städte fast live durch den Blog der YOLO. Wenn ihr guggen mögt? Lohnt sich voll!!


Die Schleuse Regow kommt in Sicht - wieder isses zu früh für einen Käseeinkauf. Aber dafür ist schon ein Schiff in der Schleuse zur Talfahrt - kurzes Hornsignal und es wird auf uns gewartet. Sehr freundlich, vielen Dank! Dafür warten wir an der Schleuse Zaaren. Passt genau, wir fahren ein und die E-Voyager kann gleich hinterher. Die selbstbedienten Schleusen machen immer langsam, da geht ein sehr netter Schwatz her über Fahrtgebiete und die Voyager an sich. Es ist ein Elektroboot und sie sind damit sehr autark unterwegs. Super Sache!


Die letzte Schleuse des Tages wird angesteuert und schon bald kommt Gegenverkehr. Eine große Aventura, auch 4,40 breit wie wir, kein Problem beim Passieren - aber dann. Hinterher kommt kommt was Kleineres und zwar immer mehr zur Mitte. Ich sitze draußen beim Lesen und werde erst aufmerksam, als mir das Gebüsch durchs Gesicht wedelt. Hui, da is Cheffe aber ziemlich nah am Rand. Ich schau und dann ist klar warum. Das kleine Boot im Gegenverkehr hat uns total zur Seite gedrängt und zieht sogar NOCH weiter rüber. Als es uns am Heck passiert ... ich sag mal sehr knapper halber Meter Platz bis Bumm!
Was ein Idiot!

An der Schleuse Schorfheide kommt zu unserem Zweierschleusengespann noch eine Garage dazu. Mit einem lauten Kracher kommt sie im Schleusenwartebereich an. Aber in der Schleuse geht alles gut.
Dafür erleben wir nach der Schleuse was, DAS haben wir auf der Havel noch NIE gesehen. 9 kmh sind erlaubt, das interessiert ja nicht wirklich jeden. Wasserskifahrer im Besonderen nicht, denn bei 9 kmh gluggert der Skifahrer wahrscheinlich ab und fährt als U-Boot weiter. Und dass hier einer Wasserski fährt - DAS haben wir noch NIE gesehn. Es gibt auf dem Wasser nix, was es nicht gibt! Die spinnen doch voll!


Wir sind jedenfalls bald in Burgwall, da endet unser Fahrtag ... und Cheffe und ich können endlich mal wieder ne längere Runde mit Jack laufen. Florian will an Bord bleiben und Bootswache halten. Vielleicht macht er auch ein Schläfchen!?

Als Wanderziel steht Folgendes auf dem Plan:


Es ist eine ehemalige sowjetische Militärsiedlung bei Zehdenick. Eine riesige, verlassene Garnison in Brandenburg. Es lebten 15.000 Soldaten dort mit ihren Familien. Lost Place in Brandenburg. Los gehts - zunächst in bekanntem Gelände, vorbei am Tonstich hinter Burgwall.


Für die Badegäste am Tonstich ist der Pipi-Meyer zuständig.


Kurz die Strasse queren und schon laufen wir im Wald weiter, immer Richtung Vogelsang und entlang der Bahngleise, über die früher der Ton aus den Stichen zur Ziegelbrennerei transportiert wurde.







Bis zum ehemaligen Militärgelände spulen wir schon 9 Kilometer runter und streifen den Lost Place nur an Rande. Um alles zu erkunden würden es geschätzt weitere 10 Kilometer werden. Und dann zurück, DAS ist zu viel. Also nur ein kleiner Einblick in die ehemalige Garnison. Den Rest nehmen wir uns für ein anderes Mal vor.

Jetzt sind wir am Raketenbunker. Oder besser gesagt, an EINEM der Raketenbunker.



Danach - Fahrzeughallen ... ja wo denn?? Nix mehr da!


Was is das? Wiss mer nicht.




Die Garnisonsmauer




Ob DER noch von den russischen Soldaten stammt? Wohl eher nicht!


Wir treten den Rückweg an.



Im Wald liegt Kunst rum.


Was das wohl für Gebäude sind? Keine Ahnung, aber die KI verrät es uns in Sekunden. Wir sehen Kiew mit der St. Andreas Kirche und dem Schloss Richard Löwenherz. Die KI sagts euch aber noch genau.

Heidekraut im Wald


Und am Ende unserer Tour steuern wir noch den Apfelbaum an, den wir am Hinweg schon gesehen und vor Allem, dessen Äpfel wir schon probiert haben. Sehr lecker!! Und der Apfelbaum steht mitten im Wald, den hat hier sicher keiner gepflanzt. Wir machen unseren Rucksack richtig voll - Cheffe schleppt ihn die letzten 2 Kilometer bis zum Schiff.


Daheim glänzt die Silencio in der Abendsonne - Florian hat keine Sekunde geschlafen, er war mit Feudeln beschäftigt. Sieht klasse aus! Leider hab ich vergessen, ein Foto zu machen, ich will nach 16,2 Kilometern eigentlich nur noch sitzen.

Cheffe grillt heute Filet, dazu gibts Florians Lieblingssalat. Tomaten, Mozzarella und Schafskäse mit Pesto. Lecker!!

Gegen 20 Uhr kommt die Chefin von der "Fähre" zum Abkassieren für den Liegeplatz. Während Cheffe mit Chefin ratscht und ich abspüle, schleicht sich die Abendstimmung an. Wie gut, dass Cheffe Bescheid gibt, in der Küche hätt ich nix mitbekommen von dieser infernalischen Stimmung. Erst fotografiere ich vom Schiff aus ... (Achtung Sundowneralarm mit vielen Fotos)...
Über den Wiesen ...



Überm Wasser ...





Jetzt schnapp ich mir doch den Foto und lauf schnell vor zum Restaurant für den vollen Sundownerblick. Eine irre Beleuchtung. Sogar die Chefin vergisst erstmal das Abkassieren und holt ihren Foto.










Ein Blick zurück am Heimweg ...


... alles noch in den Blog klopfen am PC und dann gut Nacht. Morgen klingelt der Wecker um 5.30 Uhr. Sehr unchristiliche Zeit!


Fazit des Tages:

- Guten Morgen und bonjour,

- von Sun-up heute keine Spur.

- Doch geht perfekt die Sonne unter,

- und macht den Himmel bunt und bunter.




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