Die Seenotretter

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Freitag, 25. September 2026

167. Wenn der Postmann zweimal klingelt

Gestern gabs noch einiges zu tun. Pilze putzen dauerte bei der Menge an Steinpilzen einfach mal länger.

Während ich Pilze putzte, machte Cheffe noch einige Bestellungen - alles wird zu meiner Schwester geliefert, so nach dem Motto: Wenn der Postmann zweimal klingelt! Aber das wird nicht reichen.

Cheffe hatte einen Sack frische Walnüsse mitgebracht - also Nussknacker bestellen. Dann brauchen wir noch eine Marekrite Flagge für die freien Liegestellen in Holland. Und DAS ist gar nicht so einfach. Versendet wird die Flagge immer nur Dienstags und dann brauchts eventuell eine Woche. Das klappt nicht, um es zu meiner Schwester zu schicken. Cheffe fragte bei Matthias von der SIRIUS nach, ob wir die Flagge in Groningen kaufen können. Fehlanzeige! Gibbet nur in Friesland käuflich zu erwerben und Groningen ist nicht Friesland. Wat nu? Matthias organisiert uns die Flagge über Freunde und schickt sie noch heute los nach Hannover zu meiner Schwester. Klingelt der Postmann eben nochmal. So haben wir die Flagge und bezahlen die Liegegebür für die Saison 2026 dann in Form einer Spende an die Marekrite. 

Meinen Morningtee brauch ich noch und auf jeden Fall muss nochmal Kaffee geordert werden. Und dann hoffen wir, dass wir unser Zeugs beisammen haben.

Mittlerweile waren die Pilze geputzt und sahen wirklich lecker aus - hieß für mich, ab in Kombüse.

"Kombüse? Gibbet was zu holen?"


"Nee, nur die verdammten Pilze. Dafür schleichen die immer alle im Wald rum. Da isses nix mit zügig marschieren! Ich platzier mich strategisch und behalte da den Überblick. Mitlaufen macht da keinen Sinn bei dem Hin- und Hergelatsche!"



"Und dann gibts noch nicht mal was Leckeres aus der Kombüse - ätzend! Geh ich lieber schlafen!"


Tja Jack- diesmal A-Karte ... wir schlemmen jetzt ... Pasta mit Steinpilzen. Das ist ja soo lecker!
Das war das von gestern ...

Heut früh - Weckzeit  6.15 Uhr. 
Es läuft die übliche Routine ab und so legen wir fast pünktlich ab - 7.05 Uhr.
Wetter ist nicht wie gedacht, bzw. wie vorhergesagt. Wir erwarten eigentlich Sonne und bekommen Nieselregen. Kannste machen nix! Tut der Stimmung aber keinen Abbruch - nicht an Bord und nicht auf den Morgenbildern. Burgwall adieu - see you next year in summer.



Wir müssen weiter - fahren allein durch den trüben Morgen - 1 Stunde bis zur ersten Schleuse des Tages in Zehdenick.





Florian legt im Wartebereich perfekt an - Hebel bedienen, 5 Minuten warten - Grün!


Runter fahren, ausfahren, sogar die Brücke ist heute schon geöffnet. Läuft!




Schiffermuseum Zehdenick


Weiter gehts auf der Oberen Havel Wasserstrasse. 3 Schleusen kommen noch, Bischofswerder und Liebenwalde in Selbstbedienung und zum Schluss Lehnitz mit immer nicht kalkulierbaren Wartezeiten.
Schleuse Liebenwalde müssen wir vor 14.30 Uhr passieren, dann is die für heute zu - hat Cheffe gestern im Co. Captain gesehen. Aber das schaffen wir ganz sicher viel früher. Apropos Co. Captain ... Cheffe wills auf dem I Pad instalieren, dafür braucht er einen Link von Thomas. Thomas liefert prompt ... läuft aber nicht, so wie Cheffe denkt. Unterstützung von Thomas wird angefordert - und? Prompt geliefert. Verlass auf den YOLO Captain in jeder Lebenslage! Aber das wussten wir ja schon. Ein gutes Gefühl ist es trotzdem jedesmal! Nu läuft der Co. Captain auf dem I Pad, allerdings nicht richtig rund. Cheffe meint, der GPS Geber ist zu schwach und im Stahlcockpit kommt die Position zu ungenau. Am Handy läufts jedenfalls exakt. Dann eben Handy. 

Bis Bischofswerder kann man ziemlich einsam immer geradeaus dahintrullern - denkt man, bzw. man denkt an nix. Und schon kommt ein Fahrgastschiff um die Ecke. 


Alarmstart für mich, um an Steuerbord den Abstand zum Ufer im Auge zu behalten. Keine Problem, wenn alle vernünftig fahren, aber lieber einmal zu viel schauen, als zu wenig. Jack bekommt wie immer während der Fahrt nix mit und schlummert seelig.


In Bischofswerder warten wir 20 Minuten. Die Schleuse kommt mit einem Charterschiff super langsam hoch. Hab ich Zeit, alles herzurichten. Die Leinen sind vom Regen nass und kalt - die neuen Neoprenhandschuhe kommen zum Einsatz.


Ans Handling mit Handschuhen muss ich mich erst gewöhnen. 
Handschuhfazit:
- Gewöhnungsbedürftig, aber handelbar.
- Trotzdem kalte Finger, vielleicht brauchts ein gefüttertes Modell?
- Wer denkt Neopren wär wasserdicht, der täuschet sich. Nicht zu 100 %. Also trotzdem leicht feuchte Finger. 
Könnte sein, dass wir andere Modelle bestellen - Bruni ... der Postmann klingelt vielleicht NOCHMAL!

11 Uhr - Schleuse Liebenwalde - Aussicht, wenns bergab geht.


Vor der Schleuse Lehnitz nix los. Wir legen im Wartebereich an und Cheffe meldet uns per Funkspruch an. Schleusenwärterinfo kommt prompt und wie immer hier sehr freundlich: "Wenn nix weiter dazwischen kommt, gehts in ca. 30 bis 45 Minuten für euch weiter!" Prima! DAS geht deutlich länger hier in Lehnitz.
Bis dahin gibts on Silencio Kaffee und Käsekuchen - kann man nicht meckern! Ein weiteres Sportboot kommt an, soll laut Schleuse auch am Sportbootanleger festmachen. Die Frau an Bord fragt, ob wir auch schleusen wollen. Auf Cheffes ja ist die Dame beruhigt: "Na, dann sind wir ja hier richtig!" Wie angekündigt dürfen wir nach 45 Minuten beide in die Schleuse. Unten angekommen, fährt uns gleich das andere Sportboot ziemlich dicht auf. Will rechts vorbei, aber da sind die roten Tonnen, dann doch lieber dicht hinter uns. Oder doch links vorbei? Cheffe winkt ihn vorbei - will er aber scheints nicht. Also funkt Cheffe ihn an: "Vorbeifahren oder Abstand halten!" Keine Reaktion. Nochmal - wieder nischt. Hat bestimmt noch den Schleusenkanal eingestellt. AAAAHH - jetzt aber doch vor, an Backbord, mit kaum Abstand zu uns. Aber dafür fährt er im weiteren Verlauf Backbord am Ufer entlang. Da is jetzt viel Platz zu uns. Meine Güte ... wir sind eigentlich was Anderes gerwöhnt von MAREX Fahrern, Thomas fährt immer vorausschauend und vernünftig!

Cheffe meldet uns jetzt telefonisch, wie gewünscht,  in der Havelbaude an. Nur anmelden, nicht reservieren - wir wollen ja niemanden überfordern. Der Hafenmeister überlegt - ja, hm, wie lang, WIE breit, ja, hm, kommt mal an, wir finden was und ruft kurz vorher nochmal an.

Ok, klare Aussage hört sich anders an, aber es wird schon klappen. Und klappt auch! 15 Uhr liegen wir fest am Steg in der Havelbaude - ein Plätzchen mit Aussicht ...


Anmelden, Tisch im Restaurant reservieren, Hundesausi, haben fertig für heute!

P.S. Anmeldung heute im Bistro - super, super unfreundlich!! Und das ist noch nicht alles! Nach dem Essen beim Italiener gehen Florian und ich auf den kleinen Leuchtturm im Hafen. Mal schaun, wie die Aussicht ist. Von irgendwo her kommt ein Pfiff, der ist aber nicht zu orten. Da oben auf der Plattform ne Leiter liegt und ne Kabeltrommel gehen Florian und ich wieder nach unten und da rauscht schon ein Typ mit so nem Golfwägelchen an. Und der scheisst uns richtig an. Wir hätten da nicht hochzugehen, das wär ne Baustelle und es wär unverschämt auf seinen Pfiff nicht zu reagieren. Also Leute - ganz echt - dann sperrt das Ding halt so ab, wie beim letzten Mal. Da stand gesperrt, dann geh ich auch nicht hoch. Und wenn da nix mehr ist, geh ich davon aus, dass man darf. Und der Ton geht schon mal ü-ber-haupt nicht!!
SO! Marina Havelbaude - diesmal NULL Punkte!! 
Nur das italienische Restaurant bekommt von uns wie immer volle Punktzahl. Der einzige Anreiz überhaupt noch hierhin zu kommen!


Fazit des Tages:

- Es klingelte heut schon die Post,

- Futter angekommen, wie erhofft.

- Doch klingelts zweimal, rat ich dir,

... sei vorsichtig ...

- nicht dass Jack Nicholson steht vor der Tür!


 

1 Kommentar:

  1. Ach Edith, so viel Lob für mich – Dankeschön! 😊
    Aber wenn Christian ruft „Thomas, der Co. Captain will nicht!“, kann ich ihn ja schlecht irgendwo zwischen Bischofswerder und Liebenwalde seinem Schicksal überlassen. 😂

    Und was die MAREX-Fahrweise angeht: Ich habe die Stelle gleich zweimal gelesen. 😇 Vorausschauend und vernünftig – das muss ich Birgit unbedingt zeigen. Endlich mal schriftlich! 😂

    Bei euch klingelt der Postmann inzwischen ja öfter als an Weihnachten. Nussknacker, Kaffee, Morningtee, Marekrite-Flagge und vielleicht noch neue Handschuhe … eure Postboten sollten langsam einen eigenen Liegeplatz an der SILENCIO bekommen.

    Und zur Havelbaude: Da haben wir ja schon so unsere eigenen Erfahrungen gesammelt. 😉 Freundlichkeit kostet eigentlich nichts – scheint dort aber gelegentlich trotzdem knapp zu sein.

    Kommt gut weiter! Und falls der Co. Captain wieder hustet: Ihr wisst ja, wo der YOLO-Captain sitzt. 😎⚓

    Liebe Grüße von der YOLO
    Thomas & Birgit

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