Geschlafen haben wir alle nicht besonders gut. Der gestrige Wumms hatte wohl einen Nachhall. Doch obwohl der Wind hier weiter heftig bläst mit 7 bis 8 Windstärken, haben sich die Wogen bei uns wieder geglättet.
Cheffe hat zu tun - es muss einiges organisiert werden. Zuerst bekommt Henk de Gier von der Werft eine Mail mit Fotos. Von Henk kommt zügig Antwort. Er freut sich von uns zu hören, weniger freut es ihn, dass wir an die Kaimauer gedotzt sind, aber ... ein Platz in der Werft ist für uns reserviert, wann immer wir ankommen und die wichtigste Info: "Das kriegen wir hin, das wird wieder gut!"
Am PC füllt Cheffe noch den offiziellen Schadensbericht aus, dann muss das Hotel in Ludorf storniert werden, da sind wir gespannt, wie kulant das abgewickelt wird.
Winterlager Rechlin wird storniert, unser Kundenbetreuer wird informiert, was noch? Ah ja, Cheffe braucht Panzertape aus dem örtlichen Baumarkt - für das Loch im Bug. Das wird später zugebabbt.
Was mach ich derweil? Ich schnapp mir Jack zur Trullerrunde. Kurz durch die Stadt in Richtung Burg und von dort will ich nach Marienwasser.
Der Weg nach Marienwasser ...
... entpuppt sich schnell als Sackgasse und endet vor den Toren eines riesigen Campingplatzes. Zurück zum Hauptweg und ne Alternative suchen. Es kommt noch ein Schild, das nach Marienwasser zeigt - Sackgasse ... Campingplatz Hintereingang. Zurück zum Hauptweg. Nächster Abzweig - steht nix dran, nehm ich trotzdem. Immerhin gibts hier Ausblick aufs Wasser Richtung Plauer See.
Und hier findet sich tatsächlich ein netter Weg. Immer hinter diesen kleinen Bootshütten entlang.
Der Weg endet wo? Vor einem verschlossenen Tor. Sackgasse also. Aaber, es gibt noch einen Seitenweg - nehm ich. Endet wo? Ihr ahnt es schon - ein verschlossenes Tor versperrt uns den Weg - schon wieder Sackgasse! Na denn, nu gibbet nix mehr außer den selben Weg, den wir gekommen sind, wieder zurückzugehen. Macht nix, der ist ja recht nett!
Von der Brücke aus haben wir noch einen tollen Blick zur Plauer Hubbrücke und über die Stadt.
Auf den Kirchturm möcht ich noch hoch, das is aber nix für Jack. Den liefere ich auf der Silencio ab und lauf dann nochmal los. Am Kanal entlang ...
... kurz durch die Stadt ...
... bis zur Kirche.
Jetzt gehts hoch auf den Turm, 120 Stufen enge gemauerte Wendeltreppe. Oben angekommen, wird man belohnt vom Ausblick über die Stadt bis zum Plauer See. Ein Ehepaar bestaunt schon die Aussicht, dreht sich zu mir um und meint: "Sie pusten ja gar nicht von den vielen Stufen!?" Nee, ich empfehle das Training 2x Kirchturm Waren!
Der Abstieg geht sauber auf die Knie. Die Treppenstufen sind steil, eng und ausgetreten - außerdem muss man bisschen horchen, ob eventuell Gegenverkehr kommt, um sich rechtzeitig in ne Fensternische zu quetschen. Sonst kommt man nicht aneinander vorbei. Unten angekommen, gehts wieder durch die Stadt zurück, aber nen anderen Weg, neue Motive in Sicht.
Das Café Faltenrock - hier holt Florian nachher noch Kuchen.
Den Platz für die Prinzessin des Tages hätt ich gern genommen, aber noch ist zu.
Nach dem Mittagessen wird die Gurke zum Bug getreidelt und Cheffe klebt mit Folie und Panzertape das Loch im Bug zu. Dazu hat er viele hilfreiche Tipps erhalten und hat sich für die relativ einfache Methode entschieden, die der Pantaenius-Schadenmensch empfohlen hat. Und nicht, weil Wasser ins Boot eindringen könnte, das ist nicht das Thema, da dieses Wasser nur im Ankerkasten landet und von dort nach außen abläuft. Nein, es geht vielmehr darum, dass Feuchtigkeit nicht in die den Schaden umgebende Spachtelmasse eindringen kann und damit die Schadstelle noch weiter vergrößern würde.
Belohnung ist der leckere Kuchen vom Café Faltenrock. Am Nachmittag möcht ich unbedingt noch in dieses Café, mal schaun, wies innen ausschaut. Und das ist richtig kultig. Am Eingang.
Inside - ich kann mich gar nicht entscheiden, wo ich sitzen mag. Entscheide mich aber für rosa Plüsch.
Und dazu einen Aperol Spritz. Farblich zwar nicht ganz passend zum Plüsch - is aber total egal. Florian kommt noch dazu, und wir schlürfen gemeinsam jeder einen Spritz ... mit Brezel.
Anschließend flanier ich mit Florian noch eine Runde an der Promenade, dann gehts zurück zur Silencio.
Abendstimmung vor der Schleuse in Plau.
Fazit des Tages:
- Mitags um 12 zum Turm hochtouren,
- kriegst ordentlich was auffe Ohren!
- Im Bug das Loch ist zugebabbt,
- damit kein Wasser eini schwappt!
- So kanns nach Holland gehen, alldieweil,
- der Hank de Gier das Schiff macht wieder heil!
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