Die Seenotretter

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Freitag, 26. Juni 2026

91. Abgeschleppt

Die Sietower Bucht hatte gestern tatsächlich ausreichend Netz für einen WM Fussball Livestream. Hinterher is man ja immer schlauer - für DAS Spiel hätt ich keinen Akku verbrauchen müssen am Laptop und auch keinen Sundowner verpassen müssen. Das Gelbe vom Ei wars nicht - apropos gelb ... Ecuador hat gewonnen. Gespielt mit eindeutigem Willen zum Sieg! Aber in der Pause hatte der Schweini ja ne Begründung parat. "Der Rasen ist ziemlich stumpf und da rollt der Ball nicht wie er soll bei den Pässen." Ja, so kann mans auch sagen. Montag gehts weiter - gegen wen? Stellt sich noch raus. Kann eigentlich nur noch besser werden, unsere deutsche Elf!!

Heut Morgen halb 7, Baden wär grade super, denn die Müritz liegt da, glatt wie Kinderbobbes.



Die Gurkentruppe, also wir drei, fährt schon los um 6.45 Uhr. 

Die Sietower Runde mit Wandelweg und Wald über Sembzin ist geplant. Einzige Option zum Laufen dieser Tage ist frühmorgens. Der erste Teil der Strecke geht an den Feldern entlang, der sogenannte Wandelweg, und obwohl es wohl erst 19 Grad hat, knüppelt heir die Sonne schon knackig. Ganz zauberhaft, und typisch hier in Sietow, sind die Getreidefelder mit Mohn - und Kornblumen.






Sietow im Hintergrund





Mohn im Erbsenfeld


Jetzt zweigen wir nach Sembzin ab. Durchs Feld springen paar Rehe, Jogger kommt uns entgegen mit Hund - fühlt sich sichtlich in seinem Laufflow gestört durch uns, Bellerei im Wald ist zu hören. Wir sind unterwegs Richtung Badestelle für Jack - Gänsescharen auf den gemähten Wiesen.


Badezeit - der Jack hats gut!


Und dann kommt hinter uns Jemand mit Hund. Ah, es ist Pepe, mit seinem Herrchen im Schlepptau. Den Beiden sind wir schon mal begegnet. Da ist gleich klar, woher die Bellerei im Wald kam. Pepe ist ein Dackel, der schon von aller Weite bellt und knurrt und vor Allem an der Leine zerrt wie verrückt und sein Herrchen hinter sich her schleift. Das Herrchen, zwar geschätzte 80 Jahre, macht einen richtig sportlichen Eindruck, trotzdem kann er Pepe fast nicht halten. Pepe wird erfolglos zur Ordnung gerufen und ignoriert das lästige Etwas am Leinenende komplett. "Jetzt bin ich schon 5 Kilometer mit ihm gelaufen und er zieht immer noch wie ein Ochs!" ... sprichts und trabt sehr flott hinter Pepe weiter. 


Jetzt gehts im kühlen Wald für uns weiter - Der Mosquitospähtrupp ruft: "Das Buffet ist eröffnet!!" ... und alle stürzen sich auf uns. Die Hundeleine lass ich vor mir kreiseln als Mückenabwehr. Jack denkt scheints, er wär gemeint und läuft wie ein Glöckerl bei Fuss ... das macht er sonst NIE! Aber irgendwann merkt er doch, dass er gar nicht gemeint ist und trabt voraus.


Das Ziel erreichen wir nach eineinhalb Stunden, da schließen wir unsere Runde wieder in Sietow.


Frische Brötchen holen wir noch fürs Frühstück, dann hüpft Jack elegant wieder in die Gurke, beobachtet von einem Charterfahrer, der vor Begeisterung fast noch applaudiert hätte. Natürlich zelebriert Cheffe in solchen Fällen den Gurkeneinstieg immer ganz besonders, damits oberlässig ausschaut.

Daheim kriegen Cheffe und ich endlich unsere Badeeinheit - ganz wunderbar ist diese Erfrischung nach 8,6 doch schon sehr warmen Kilometern. Morgen gehn wir sicher eine Stunde eher los! Frühstück gibts in der luftigen Plicht, mittlerweile weht ein angenehmer Wind. Nebenbei wird mit Florian gechattet, der uns per Video stolz durch den Garten führt - die Beete hat er frisch gejätet, das Vogelbad ist mit frischem Wasser gefüllt und die Rose steht in voller Blüte da. Schön, dass sich Florian so gut kümmert!


Das Motto des restlichen Tages - möglichst wenig bewegen, außer schwimmen, viel trinken.
Eine Socke strick ich fertig ...


Der nächste Winter kommt ja bestimmt! Auch wenn mans grade nicht für möglich hält!


Am späten Nachmittag reisst es uns allerdings aus der Hochsommerlethargie. Ein kleines gelbes Böötle kommt daher - drin sitzen 4 Personen, auch zwei elegante Damen mit Hut. Wir werden angesprochen, ob wir helfen können. Hinten in der Bucht liegt ein weiteres kleineres Boot mit Motorschaden oder was auch immer. Sie selber hätten leider leider keine Zeit und er müsste nach Röbel. Cheffe entert die Gurke und schaut mal zu dem Havaristen. Die Sache ist gleich klar, mit der Gurke wird der Havarist zu uns geschleppt - im Päckchen ...


... und an der Silencio längsseits genommen.



Losgehn kanns allerdings noch nicht sofort, erst müssen wir unser ganzes Equipment wieder auf Fahren umrüsten. Heißt, Schlauchboot verzurren, Persenning einrollen, Ankerabspannung abbauen, Ankerball abnehmen, und den Anker lichten. Dauert bisschen. Aber dann starten wir durch - und wie - mit maximal 6 kmh zuckeln wir über die Müritz. Paar Idioten schießen mit ihren Gleitern an uns vorbei und bringen unser Päckchen ordentlich in Wallung - muss nicht sein, geht aber gut. Und Jack? Der wundert sich gar sehr über unser neues Beiboot!


1,5 Stunden später liefern wir den Havaristen am Seglerheim in Röbel ab. Nicht ganz kommen wir ran, die restlichen paar Meter muss er noch etwas selber arbeiten, nicht ohne sich vorher tausendmal bedankt zu haben. 


Also dann, machs gut, hoffentlich kann dir geholfen werden! Und schon dampfen wir wieder ab. Röbel am Abend mal aus einer anderen Ecke fotografiert - auch nett.





Die ganze Aktion bringt uns mächtig ins Schwitzen, drum freuen wir uns die ganze liebe lange Rückfahrt schon auf ein frisches Bad. Dann noch mit Jack raus UND aus die Maus!




Fazit des Tages:

- Hängste fest in Ankerbucht,

- Motor zieht kein Benzin, sondern nur Luft,

- dann brauchste wirklich nicht verzagen,

- einfach bei Silencio fragen! ... Da werden Sie geholfen!




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