Die Seenotretter

Die Seenotretter
... wenn alle anderen reinfahren... jetzt Bild anklicken und spenden

Donnerstag, 17. September 2026

159. Waren mit Aperol

Um 7 raus aus den Federn und auch gleich los. Cheffe scharrt schon mit den Hufen. Eigentlich wollten wir vor Abfahrt frühstücken, aber Cheffe will gleich los. Nicht dass sich in Waren noch Einer an unseren Wunschsteg legt. Der ist nämlich frei, verrät uns die Webcam. 

Na denn, fix entsorgen, Frischwasser bunkern, raus aus dem Stichkanal und mit Autopilot über die Müritz schaukeln. So kann man auch auch gemütlich frühstücken. Ein halber Meter Welle von der Seite macht der Silencio gar nix aus. Da bewegt sich nicht mal der Kaffee in der Tasse!


Man glaubt es kaum, es ist auf dem Wasser tatsächlich schon Betrieb. Mehrere Garagen und Charterboote fahren durch die Gegend. Langsam nimmt das überhand mit der frühen Fahrerei - bisher war das doch nur unsere Strategie. Immerhin ist nicht mehr Hauptsaison, da ist der Liegeplatzstress eh vorbei. 

Die Silhouette von Waren zeigt sich wie so oft sehr wolkenverhangen.


Unser Lieblingsplatz ist frei, immer noch. Guggste auf die Webcam.

Und, kaum angelegt, zeigt sich die Sonne in homöopathischen Dosen.


Jack schaut sich ein wenig um, der Blick irgendwie enttäuscht. Naja, Stadt halt, da ahnt er schon, dass es mit großen Gassirunden eher mau ausschaut.


Geruchstechnisch erscheints ihm allerdings durchaus interessant!


Mit freiem Blick auf die Fahrgastschifffahrt liegen wir im Hafen. Bald wirds losgehn mit den Ausflugsfahrten. Von der ESPERANZA hören wir die Durchsage des Captains: "Test Test Test." Kurz drauf wird abgelegt. ESPERANZA und EUROPA brechen auf zur Sightseeingfahrt und gleichzeitig stürzen Charterfahrer wie die Lemminge aus dem Hafen. Und die Ersten laufen ein.




Anlegen, Ablegen, das beäugt Cheffe ziemlich aufmerksam und fast ungläubig. Mit soo viel Traffic hat er morgens halb 11 noch nicht gerechnet. Nu isser beschäftigt, ihr wisst schon, Vorsicht ist immer gut, wenn Charterfahrer im Orbit sind. Cheffe ist also beschäftigt, was mach ich? Ich geh in die Stadt und zuallererst zur Kirche St. Marien. Ich will auf den Turm. 




Bei einer netten, älteren Dame bezahle ich meinen Obulus für die Besteigung des Turms. 2 Euronen solls kosten, ich gebe 5. Dafür bekomme ich eine Karte mit den Turmdaten. 54 Meter hoch und 180 Stufen. Freundlichst werde ich darauf hingewiesen, dass da ein Fehler vorliegt - es seien NUR 176 Stufen. Ookay, ich stiefel mal los. 


Was man an Klamotten draußen so braucht, wird einem bei diesem Unterfangen schnell zu warm. Meine Weste zieh ich schon nach 50 Stufen aus. Pullover? Das wär jetzt suboptimal - keine weitere Schicht mehr drunter. Na denn, schwitz ich eben bis ich oben bin. Der Aufstieg lohnt sich - eine tolle Sicht hats über die Stadt! Im Norden liegt der Tiefwarensee.


Hafenblick mit Silencio




Im Hafen steppt mittlerweile der Bär - Hafenmeister Udo, unterwegs mit seinem Schlauchboot, hat gut zu tun.


Der Kuhnlefeind rückt auch noch an.


Da steht Cheffe gleich am Steg zum "Helfen" - blanker Selbstschutz!



Am Ende geht alles gut und ich kann wieder den Blick über die Stadt geniessen.





176 steile Stufen gehts wieder runter, kurzer Blick in die Kirche - naja, die ist jetzt nicht soo mein Geschmack. Aber Kerzen kann man anzünden, das mach ich immer in Kirchen. 

Weiter gehts zum Marktplatz, paar Stände stehen schon da, aber morgen wirds interessant. Da geh ich noch shoppen. Hier gibts immer einen Stand mit leckerem Schafskäse, Fladenbrot, Oliven, Aufstriche und etliche Leckereien mehr. Heut muss erstmal Ambiente genügen.




Kurzer Blick in nette Seitenstrassen ...




... Fischbrötchen kaufen für unseren Mittagsimbiss mit Silencioblick ...


... und zum Schluss besorg ich Kuchen. Die SCORPIUS liegt hier im Hafen und Kerstin und Wolfgang sind sogar an Bord. Später also Kaffee und Kuchen on Silencio. Okay, UND Aperol Spritz!


Wir haben einen lustigen Nachmittag. Der Wind umwedelt uns zwar ganz ordentlich, aber wir sind schließlich keine Weicheier und dazu gibts immer wieder Hafenkino. Bei dem Wind ist Anlegen halt gar nicht so einfach! Mit diesem Programm halten wirs bis abends gut aus in der Plicht. Bis den Wolfgang das Abendessen ruft - Eisbein! Da bin ich ja komplett raus! Jack wäre sicher nicht abgeneigt, aber der muss jetzt mit uns noch ne Runde rumdackeln.


Fazit des Tages:

- In Waren weht der Wind recht zapfig,

- da geht das Einparken nicht zackig.

- Bei uns klingelt im Glas das Eis,

- und wie schließlich ein jeder weiß,

- sind beste Captains stets an Land,

... oder - on Silencio ...

- mit Aperol in jeder Hand.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

159. Waren mit Aperol

Um 7 raus aus den Federn und auch gleich los. Cheffe scharrt schon mit den Hufen. Eigentlich wollten wir vor Abfahrt frühstücken, aber Cheff...