Die Seenotretter

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Montag, 31. August 2026

142. Gewitter und Kulinarik

Wecker klingelt - schoon wieder um 5.45 Uhr. Meine App sagt: "Mitten aus dem Tiefschlaf raus, das sorgt für einen schweren Start in den Tag!" STIMMT! Nur sehr zäh komm ich aus meiner Koje, aber die gewohnten Abläufe helfen, langsam in die Gänge zu kommen.

Und die Morgenstimmung im Hafen, DIE macht echt gute Laune!






Der Jack hats gut, der darf nach seinem Morgengassi einfach weiterpennen ...

... während wir pünktlich um halb 7 ablegen, der Hafen schläft noch.




Wir gondeln gemütlich Richtung Lehnitz. Sehr wahrscheinlich gibts an der Schleuse Lehnitz eh Wartezeit, also planen wir das Frühstück für den Wartebereich an der Schleuse ein. Am Lehnitzsee ist es schon ziemlich trüb - Regen in Sicht sagt die Wetterapp. Ja mei, das brauchts eh dringend, wahrscheinlich ist es eh wieder nicht genug.


Wir legen an im Wartebereich. 


Jetzt regnets, aber nicht dolle.

Außer uns keiner da, der mit zu Berg will, nur Einer, der übernachtet hat im Wartebereich. Anfunken muss Cheffe die Schleuse nicht, die Ansage an der Anzeigetafel ist eindeutig!



Na bitte, Zeit für ein Frühstück! Für jeden von uns!

Mit dem letzten Schluck Kaffe kommt die Schleuse runter, ALK fährt aus - es ist genau 8.30, als die Ampel für uns Grün wird. Schon lange haben wir nicht mehr im Regen geschleust. Heute in der Schleuse Lehnitz kriegen wir Wasser von oben und von unten. Wasser von oben is ja dringend nötig, damits dann unten reicht.



Nach der Schleusung muss ich mich erstmal trockenlegen. Meine Regenjacke war nicht lang genug und ich sitze beim Schleusen immer am Vordeck. Ergo - Hintern nass, Schlüppi ooch! Regen is jetzt wieder auf AUS! Sonne AN! Blauer Himmel.




KRIS 1 kommt uns entgegen, den kennen wir ja schon. Könnte sein, dass der unseren alten COBB transportiert.



Die Schleuse Liebenwalde kommt in Sicht, Berufsschifffahrt ist jetzt auch AUS! Wir müssen warten, Bergfahrt ist mit 2 Schiffen im Gange. 

Hebel bedienen, 15 Minuten warten, bergauf schleusen ... in die Sonne hinein!




Ne Dreiviertelstunde isses jetzt bis zur nächsten Schleuse, Bischofswerder. Da liegen schon 4 Schiffe im Wartebereich und auch im Päckchen. Wir dümpeln rum bis zur Bergschleusung. Zu Fünft fahren wir in die Schleuse ein, teils versetzt, teils nebeneinander, Bischofswerder ist lang und breit genug. Wir haben noch nicht mal unsere Leinen gelegt, da melden die vorderen Boote, dass sie fertig sind und schwupps wird auch schon der Bedienhebel gezogen. Is ja auch egal, was hinten passiert, muss man nicht drauf Acht geben! Begegnet einem oft, ist allerdings nicht unsere Art beim Schleusen.

Nach der Ausfahrt gehts im Gänsemarsch weiter nach Zehdenick. Alle fahren mit gutem Abstand und mit vorgeschriebener Geschwindigkeit. Das passt super! 

An der Schleuse Zehdenick, der Letzten des Tages, ist die Zugbrücke schon geöffnet. Bedienung durch Wasser und Schifffahrtsamt. Sonst ist hier ja Selbstbedienung. Brückendurchfahrt ist offen, Schleuse noch rot. Die 3 Schiffe vor uns dümpeln jetzt zwischen Brücke und Schleuse kreuz und quer. Bei Grün sortiert sich die Lage wieder und wir fahren alle ein. Einer Backbord, einer Steuerbord, der Dicke vor uns auch Steuerbord und dann wir daneben nach Backbord. SO! Die Schleuse ist 9,50 Meter breit - die Silencio 4,33 breit und der Dicke neben uns, er heißt der Dicke, weil er NOCH breiter ist als die Silencio ist 4,35 breit. Macht zusammen 8,68 Meter ... bleibt noch bisschen was für die Fender.  Cheffe fährt also ein auf Schlupf quasi und wir kuscheln also beim Schleusen mit der dicken AMELIE. 



Alles kein Problem - viel verrutschen kann ja nicht! Aber wir halten die Silencio schon ordentlich an der Wand.


Die Ausfahrt in der Reihenfolge wie Einfahrt - Amelies Fender plöppen an Silenciofendern vorbei - alles geht gut und so gehts weiter im Gänsemarsch.


Wir wollen heute bis Burgwall, dort sind wir verabredet. Unsere Freundin Birgit kommt zu Besuch und da wirds wohl richtig kulinarisch. Birgit bringt quasi das ganze Abendessen mit. Gestern sollte zu ihr Besuch kommen und hatte kurzfristig absagen müssen und nu kommt alles Vorbereitete zur Silencio. Das TUT mir jetzt aber leid!😛 Es ist nicht so, dass Birgit uns nicht verköstigt hätte, Birgit bringt immer superleckere Sachen mit, aber nun wirds wohl ne Schippe mehr! Wir sind gespannt, was Birgit alles aus ihrem Körbchen zaubern wird. Wir haben jedenfalls unseren allerbesten Sekt kaltgestellt! Anlegen in Burgwall um halb 3, Jack darf dann raus und wir auch zu ner Laufrunde um den Tonstich. Dachten wir! Aber es donnert schon ringsrum.



Na dann halt nur ne Pipirunde für Jack - fürs Erste. Als Birgit kommt, scheint wieder die Sonne, es gibt ein Sektchen in der sonnigen Plicht und dazu viel zu erzählen. Und dann packt Birgit ihre Wundertüte aus. Auf den Grill kommt nur Selbsterlegtes - entweder vom Rotwild, vom Damwild oder Wildschwein. Dazu ein unglaublich leckerer Nudelsalat mit frischen Kräutern und Tomaten aus dem eigenen Garten. Süßkartoffeln mit Kräuterquark gibts auch noch. Alles ist einfach ein Gedicht. Leider müssen wir drinnen essen, es gewitttert pünktlich zum Festmahl. Unser Gefrierfach wird auch noch bestückt mit leckerem Wildfleisch, dazu noch Hirschsalami, Hirschschinken und hausgemachtes Pesto. Ach ja, sogar an den Nachtisch hat Birgit gedacht - Florida Eis verschiedene Sorten. Ein wirklich kulinarisches Erlebnis heute Abend, aber das Beste ist - wir haben uns endlich wiedermal live gesehen. DAS ist das Allerbeste überhaupt. Liebe Birgit, es war sooo schön dich wiedermal zu treffen und zu drücken. Hoffentlich bis bald!!


Fazit des Tages:

- In Schleuse Fender plopp plopp plopp,

- Presspassung alles tippitop!

- Für Kulinarik sorgt die Birgit - das Festessen einfach nur WOW!

- s'gibt Hirschrücken und Filet von einer wilden Sau!



Sonntag, 30. August 2026

141. Geh doch!

Was ein Wahnsinnsabend gestern! So warm, man hätte die ganze Nacht draußen sitzen können - OHNE Mücken. Hats hier Nullkommanull!

Dazu vom Nachbarschiff Musik aus den Siebzigern. Vicky Leandros, Roberto Blanco, und Christian Anders - es fährt ein Zug nach nirgendwo.

Jack setzt sich in den Bug und lauscht andächtig!

Alles mit Beleuchtung!

Grad als wir Schlafen gehen wollen, lugt der Mond durch die Wolken. Da muss der Foto nochmal raus.

Mond knipsen ...




... und dann ab in die Koje! 

Nachts regnets ein bisschen. Cheffe weckt mich, damit ich nicht baden gehe - meine Decksluke ist nämlich offen. Auf die Uhr schau ich gar nicht, wahrscheinlich muss ich eh bald aufstehn. Wecker ist gestellt auf 5.45 Uhr! Bis dahin schlaf ich nochmal tief und fest. Cheffe auch, sein Wecker weckt nicht, aber ich - ICH kenn keine Gnade! Raus aus den Federn!

Bis zum Ablegen läuft die gewohnte Routine ab, dann können wir pünktlich um halb 7 die Leinen loswerfen. Wir starten wieder in einen herrlichen Morgen.



Die Meierei



Glienicker Brücke mit Schloss Babelsberg


Silenciodach mit Wolken und Funkantenne



Casino im Park Glienicke


Morgenstimmung grandios! Vorne Sonne ...








... hinten Mond.




Auf dem Wasser nix los - genau DAS war der Plan! Wannsee am Sonntag, das geht nur ganz früh, wenn noch alle anderen Bootler schlafen. Jedenfalls rührt sich noch nix in den gut besuchten Ankerbuchten.








Grunewaldturm



Ehemalige Überwachungsanlage des US Geheimdienstes während des Kalten Kriegs - heute Lost Place mit einer der größten Street-Art-Galerien Europas ... und wohl nur mit Führung zu besichtigen.




Ein bisschen Kanalfahren noch bis zur Schleuse Spandau. Halb 9 sind wir da und über Funk heißts, Schleusung so um 9, falls kein Berufsschiff kommt. Aber DIE haben heute Sonntag - noch is nirgendwo Eins in Sicht. Also dann so um 9. Bis dahin Zeit für Cheffes Kaffee, ich hatte schon. 5 vor 9 blubberts an den Schleusentoren - ein gutes Zeichen. Und genau als der Zeiger meiner Uhr auf 9 springt, springt auch die Schleusenampel auf Grün. Wir dürfen einfahren und hochschleusen - ALLEIN!



Nur der Schleusenwärter steht am Rand und beobachtet alles haargenau!!



Nach der Schleuse stell ich auf die kurze Hose um. Es wird wieder warm heut, grad genieß ich den bisschen kühleren Fahrtwind und natürlich die Fahrt am Morgen. Immer ein Highlight für mich - auch mit Industrieambiente.




Ab jetzt läuft ein spezieller Countdown. Der Hafenmeister in der Havelbaude beginnt seinen Dienst um 10. Kurz nach 10 will Cheffe dort anrufen. Selbstverständlich nicht um zu reservieren - nee, nur um uns anzumelden. Und das klappt auch. Ein Liegeplatz ist uns zugesagt, allerdings noch nicht frei, als wir ankommen. Wir legen mal provisorisch an, bis das Schiff vor uns ablegt, dann aufrutschen - 11 Uhr - haben fertig für heute. Jedenfalls mit Fahren!

Mittags gehts zum Italiener Bella Vista - lecker essen mit Aussicht. Ich hatte gefüllte Gnocci mit Pfifferlingen, sehr fein. Vorweg einen Limoncello Spritz.


Und zum Hauptgericht, und da staunt man gar nicht schlecht, gibts alkoholfreies Weissbier, von der Allgäuer Brauerei Büble Bier.


Den sommerlichen Nachmittag verdaddeln wir in der Plicht. Nebenan im Bistro ist Hochbetrieb, genau wie beim Italiener. Beide Locations richtig voll!

Gegen Abend gönnen wir uns im Hafen noch ne Dusche und dann ... ja, was soll ich sagen?? Morgen gehts wieder früh los. Also gute Nacht!


Fazit des Tages:

- Dunkel wars der Mond schien helle,

- beim Nachbarn läuft die siebzger Schlagerwelle.

- Tony Marshalls Schöne Maid,

- hört man übern Jungefernsee sehr weit.

- Am Ende hörn wir Howie noch,

- der singt voll Inbrunst: GEEEH DOCH!

Ja nee, wir bleiben über Nacht!




157. Kreiseln

Früh gehts heut los - Cheffe muss zum Bahnhof nach Neustrelitz, bei allerbestem Wetter. Hilft nix, er fährt zu einer Abschiedsfeier eines eh...